Sonntag, 20. März 2005

Der Rest ist Schweigen

vorhin war mein ex da. er hatte spontan angerufen und gefragt ob ich nicht lust hätte ein wenig spazieren zu gehen.
klar, warum nicht. gesagt, getan.
beim laufen redet es sich einfach besser.
jedenfalls haben wir uns lange über unsere probleme und fehler unterhalten.
anfangs hat mich seine plötzliche bereitschaft über uns und eine erneute beziehung zu reden gefreut, doch je mehr wir geredet haben, desto unsicherer und ängstlicher bin ich inzwischen geworden.
das lange reden und laufen hat mich ganz schön erschöpft und etwas deprimiert, etwas entmutigt.
ja, ich bin regelrecht desillusioniert. ich hatte mir das ursprünglich so einfach vorgestellt. doch das ist es nicht.
glaube, bei mir innen drin liegt noch so viel im argen, dass ich für eine beziehung, egal mit wem, aber besonders zu meinem ex, noch nicht fähig und bereit bin.
ich weiß es nicht.
die ganze zeit wollte ich ihn zurück und nun würde ich aus angst einen rückzieher machen.
ich hab angst erneut verletzt zu werden, hab angst davor, dass es wieder total in die hose geht.
schließlich ist er ja auch noch am anfang seiner therapie.
und ich bräuchte vielleicht auch eine....
so fühle ich mich nach diesem gespräch jedenfalls.
ich komme mir jetzt ganz gestört vor.
aber es ist wohl wirklich so, solange ich noch nicht wieder meine innere mitte gefunden habe, solange ich noch so unsicher bin, in allem was ich tue, kann ich keine beziehung eingehen. ich wäre ein stressfaktor hoch zehn.
besonders bei meinem ex.
seufz, seufz, seufz.
ich brauche mehr selbstvertrauen.
im moment fühle ich mich so, als wäre ich an allem schuld. überhaupt fühle ich mich immer gleich schuldig.
braucht jemand einen schuldigen? kein problem, ich bin ja da, ich bin immer freiwillig die schuldige....
das muss ich auch unbedingt abschalten. diese unnötigen, eingeredeten schuldgefühle ziehen mich nur noch mehr runter.
zudem bin ich davon überzeugt, total beziehungsunfähig zu sein.
wie kann ein mensch so komplett unsicher sein wie ich?
ich bin schon bekloppt!
wieder einmal in meinem leben weiß ich nicht, was ich will und was ich tun soll.
was ist das richtige für mich?
dazu kommt noch, dass viele leute, einschließlich meiner eltern, mich für verrückt erklären würden, wenn ich wieder mit meinem ex zusammen wäre.
aber die begreifen halt auch nicht, dass er krank ist.
damit will ich nicht alles entschuldigen was damals passiert ist, ich kann es auch nicht vergessen, aber ich kann ihm verzeihen und ich glaube an ihn, mehr wie ich an mich glaube.
seufz.
es ist schwierig. sehr schwierig.
ich muss darüber nachdenken.
egal wieviel zeit dies in anspruch nehmen wird.
kommt zeit, kommt rat.
vielleicht...
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